Das Kraftstoffversorgungssystem ist dafür ausgelegt, die Kraftstoffversorgung im Fahrzeug sicherzustellen, zu reinigen und in genau dosierten Portionen entsprechend dem Betriebsablauf, der Geschwindigkeit und den Lastbedingungen des Motors den Zylindern zuzuführen.

Das Antriebssystem umfasst außerdem Einheiten zum Reinigen und Zuführen von Luft zu den Zylindern sowie einen Antrieb zur Steuerung der Kraftstoffzufuhr.

Das Schema des Kraftstoffversorgungssystems für den Motor der Fahrzeuge Ural-4320 und -4420 ist in Abb. 1 dargestellt.

Bei den Fahrzeugen Ural-43202 und -44202 ist kein zusätzlicher Kraftstofftank im Kraftstoffversorgungssystem eingebaut.

Schema des Kraftstoffversorgungssystems des Motors mit Beschriftung aller Komponenten
Schema des Kraftstoffversorgungssystems des Motors: 1 - Hauptkraftstofftank; 2 - Kraftstoffleitung vom Zusatzkraftstofftank zum Haupttank; 3 - Hahn; 4 - Zusatzkraftstofftank; 5 - Kraftstoffablassleitung; 6 - T-Stück; 7 - Stiftkerze; 8 - Kraftstoffablassleitung der linken Einspritzdüsenreihe; 9 - Magnetventil; 10 - Hochdruck-Kraftstoffleitung; 11 - Einspritzdüse; 12 - manuelle Kraftstoffförderpumpe; 13 - Niederdruck-Kraftstoffförderpumpe; 14 - Feinkraftstofffilter; 15 - Kraftstoffzufuhrleitung zur Hochdruckpumpe; 16 - Kraftstoffleitung zum Feinkraftstofffilter; 17 - Kraftstoffzufuhrleitung zur Niederdruckpumpe; 18 - Abflussleitung vom Filter; 19 - Kraftstoffablassleitung der Hochdruckpumpe; 20 - Hochdruck-Kraftstoffpumpe; 21 - Grobkraftstofffilter; 22 - Kraftstoffleitung zum Grobkraftstofffilter; 23 - Kraftstofftank der Heizung; 24 - Abflussleitung vom Heizungstank

Der Hauptkraftstofftank befindet sich hinter der Kabine und ist mit Schellen und speziellen Halterungen am linken Rahmenlängsträger befestigt.

Das Fassungsvermögen des Hauptkraftstofftanks der Fahrzeuge Ural-4320 und -43202 beträgt 210 l, das der Fahrzeuge Ural-4420 und -44202 300 l.

Ein Zusatzkraftstofftank mit einem Fassungsvermögen von 60 Litern wird bei den Fahrzeugen Ural-4320 und -4420 mit Schellen an der Basis des Reserveradhalters befestigt.

Im Falle einer Störung (Kraftstoffleck) nehmen Sie die Kraftstofftanks aus dem Fahrzeug aus und reparieren Sie sie.

Lassen Sie vor dem Ausbau den restlichen Kraftstoff aus den Tanks ab, trennen Sie die Kraftstoffleitungen und trennen Sie bei den Fahrzeugen Ural-4320 und -4420 zusätzlich die Leitungen des Abdichtungssystems.

Trennen Sie am Hauptkraftstofftank das Kabelende vom Kraftstoffstandssensor.

Um den Haupt- und Zusatzkraftstofftank zu demontieren, schrauben Sie die Muttern der Schellenenden ab.

Halten Sie die Enden beim Lösen der Muttern mit einem verstellbaren Schraubenschlüssel fest, um ein Verdrehen zu verhindern.

Es ist bequemer, den Hauptkraftstofftank zu demontieren, wenn die Winkelhalterung entfernt ist.

Spülen Sie den Kraftstofftank vor der Reparatur innen und außen mit einer 5%igen Natronlauge und anschließend mit heißem Wasser, bis alle Kraftstoffspuren vollständig entfernt sind.

Grobkraftstofffilter im Schnitt mit Beschriftung der Teile
Grobkraftstofffilter: 1 - Ablassschraube; 2 - Glas; 3 - Beruhiger; 4 - Filter; 5 - Reflektor; 6 - Verteiler; 7 - Schraube; 8 - Flansch; 9 - Dichtring; 10 - Gehäuse

Risse und Löcher in den Wänden von Kraftstofftanks sind durch Löten oder Schweißen zu reparieren.

Große Löcher sind durch Aufbringen von Flicken aus Stahlblech zu beheben.

Der Flicken sollte die Ränder des Lochs um 20-25 mm überlappen. Reinigen Sie die Löt- oder Schweißstellen gründlich mit einer Feile, einem Schaber, einer Drahtbürste oder Schleifpapier von Farbe, Rost und Schmutz.

Vor und nach der Reparatur ist der Kraftstofftank mit einem Luftdruck von 0,3 kgf/cm2 zu prüfen, indem der zu prüfende Bereich in Wasser getaucht wird.

Der Grobkraftstofffilter (Abb. 2) befindet sich im Motorraum und ist mit zwei Schrauben an der rechten Seite der Motorhaube befestigt.

Während des Betriebs ist regelmäßig der Kraftstoffschlamm durch die Ablassschraube 1 aus dem Filter abzulassen, der Filter zu zerlegen und die Teile zu waschen.

Zum Zerlegen des Filters die vier Schrauben 7 lösen, das Glas 2 abnehmen, den Reflektor 5 zusammen mit dem Filter 4 herausschrauben. Den Filter 4 und die anderen Teile waschen und wieder einbauen.

Feinkraftstofffilter im Schnitt mit Beschriftung der Teile
Feinkraftstofffilter: 1 - Gehäuse; 2 - Schraube; 3 - Dichtscheibe; 4, 10 - Stopfen; 5, 6 - Dichtungen; 7 - Filterelement; 8 - Kappe; 9 - Feder des Filterelements; 11 - Stange

Der Feinkraftstofffilter (Abb. 3) ist auf einer speziellen Halterung an der Vorderseite des Motors befestigt.

Im Filtergehäuse ist ein Ventil zum Ablassen von überschüssigem Kraftstoff und in die Anlage eingedrungener Luft in den Hauptkraftstofftank eingebaut.

Um eine effektive Sammlung der in das System eingedrungenen Luft zu gewährleisten, ist der Filter oberhalb der anderen Aggregate des Kraftstoffversorgungssystems des Motors angeordnet.

Während des Fahrzeugbetriebs sind im Filter regelmäßig die Filterelemente 7 zu wechseln und der innere Hohlraum der Kappen zu spülen.

Zum Wechseln der Filterelemente die Schrauben 2 lösen, die Kappen 8 abnehmen, den Kraftstoff aus den Kappen ablassen und die Filterelemente 7 entnehmen.

Spülen Sie den inneren Hohlraum der Kappen mit bleifreiem Benzin oder sauberem Dieselkraftstoff, setzen Sie neue Filterelemente, Dichtungen 6 ein und bauen Sie den Filter zusammen.

Prüfen Sie den Filter bei laufendem Motor auf Dichtheit. Bei Kraftstoffaustritt die Schrauben 2 nachziehen.

Wenn der Kraftstoffaustritt durch das Nachziehen der Schrauben nicht behoben wird, prüfen Sie den Zustand der Dichtungen 5 und Unterlegscheiben 3. Bei Beschädigung ersetzen Sie diese.

Gehäuse des Feinkraftstofffilters im Schnitt mit Beschriftung der Teile
Gehäuse des Feinkraftstofffilters; 1 - Filtergehäuse; 2 - Einstellscheiben; 3 - Dichtung; 4 - Stopfen; 5 - Feder; 6 - Düsenventil

Bei Unterbrechungen der Kraftstoffzufuhr zur Hochdruck-Kraftstoffpumpe ist die Funktion des Düsenventils 6 zu prüfen (Abb. 4).

Das Düsenventil leitet Kraftstoff und angesammelte Luft aus dem Hohlraum „A“ im Filtergehäuse in den Hohlraum „B“ um, der über Kraftstoffleitungen mit dem Hauptkraftstofftank verbunden ist.

Der Beginn des Kraftstoffüberströmens aus dem Hohlraum „A“ in den Hohlraum „B“ erfolgt bei einem Druck im Hohlraum „A“ von 1,3-1,7 kgf/cm2.

Wenn der Kraftstoffdruck zu Beginn des Überströmens nicht dem oben angegebenen Wert entspricht, ist er durch Änderung der Dicke des Unterlegscheibenpakets 2 einzustellen.

Bei Vergrößerung der Dicke des Unterlegscheibenpakets steigt der Druck, bei dem der Kraftstoff zu überströmen beginnt.

Einspritzdüse im Schnitt mit Beschriftung aller Teile
Einspritzdüse: 1 - Düsenkörper; 2 - Düsenmutter; 3 - Distanzstück; 4 - Befestigungsstifte; 5 - Stößelstange; 6 - Körper; 7 - Dichtring; 8 - Anschluss; 9 - Filter; 10 - Dichtungshülse; 11 - Einstellscheiben; 12 - Stützscheibe; 13 - Feder; 14 - Düsennadel

Einspritzdüsen (Abb. 5) werden abdichtend in speziellen Aufnahmen der Zylinderköpfe montiert und mit Bügeln und Muttern an diesen befestigt.

Während des Fahrzeugbetriebs sind die Einspritzdüsen regelmäßig zur Prüfung und Einstellung unter Prüfstandsbedingungen auszubauen.

Zum Ausbau der Einspritzdüsen aus dem Motor die Muttern lösen und die Bügel der Kraftstoffleitungen abnehmen.

Die Überwurfmuttern der Kraftstoffleitungen an den Einspritzdüsen und an der Hochdruck-Kraftstoffpumpe lösen und die Leitungen abnehmen.

Die Kraftstoffleitungsbolzen lösen und die Abflussleitungen von den Einspritzdüsen trennen.

Die Muttern lösen, die Bügel abnehmen und die Einspritzdüsen mit dem Abzieher I-801.11.000 aus den Aufnahmen der Zylinderköpfe ziehen.

Nach dem Trennen der Kraftstoffleitungen sind die Anschlüsse an der Hochdruck-Kraftstoffpumpe und den ausgebauten Einspritzdüsen sowie die Öffnungen der ausgebauten Kraftstoffleitungen vor dem Eindringen von Fremdkörpern und Schmutz zu schützen (mit Stopfen, Kappen, Blindstopfen, Isolierband).

Die Demontage, Montage und Einstellung der Einspritzdüsen ist in einem speziellen Raum an Vorrichtungen und Prüfständen unter Bedingungen hoher Sauberkeit durchzuführen.

Berühren Sie bei der Demontage und Montage der Einspritzdüsen nicht die Arbeitsfläche der Nadel 14 mit ungeschützten Händen (siehe Abb. 5).

Vorrichtung zum Demontieren und Montieren der Einspritzdüse, des Pumpenabschnitts der Hochdruck-Kraftstoffpumpe und der Niederdruck-Kraftstoffpumpe
Vorrichtung zum Demontieren und Montieren der Einspritzdüse, des Pumpenabschnitts der Hochdruck-Kraftstoffpumpe und der Niederdruck-Kraftstoffpumpe: 1 - Schraube; 2 - Anschlag; 3 - Gestell; 4 - Ständer; 5 - Mutter; 6 - Hülse; 7, 8, 14 - Stifte; 9 - Anschlag; 10 - Riegel; 11 - Greifer; 12 - rechter Griff; 13 - linker Griff; I - Einspritzdüse; II - Abschnitt der Hochdruck-Kraftstoffpumpe; III - Niederdruck-Kraftstoffpumpe

Die Einspritzdüsen sind mit der Vorrichtung I-801.20.000 zu demontieren und zu montieren (Abb. 6), zu prüfen und einzustellen sind sie mit Geräten vom Typ KP-1609 oder auf dem Prüfstand KI-3333.

Bei der Prüfung und Einstellung sind der Druck des Nadelhubs, die Qualität der Kraftstoffzerstäubung und die Dichtheit des Düsenverschlusskonus zu bestimmen.

Der Druck des Nadelhubs sollte 180-185 kgf/cm2 betragen und ist mit der Dicke des Pakets der Einstellscheiben 11 einzustellen (siehe Abb. 5).

Eine Änderung der Dicke des Unterlegscheibenpakets um 0,05 mm führt zu einer Änderung des Nadelhubdrucks um 3,0-3,5 kgf/cm2.

Bei Vergrößerung der Dicke des Pakets der Einstellscheiben erhöht sich der Nadelhubdruck der Einspritzdüse, bei Verkleinerung verringert er sich.

Die Qualität der Kraftstoffzerstäubung durch die Einspritzdüse gilt als zufriedenstellend, wenn bei einer Zufuhr von Kraftstoff zur Einspritzdüse mit einer Frequenz von 70-80 Hebelhüben pro Minute dieser in nebelartigem Zustand in die Atmosphäre eingespritzt wird und gleichmäßig über den Querschnitt des Sprühkegels verteilt wird.

Der Kraftstoff sollte aus allen vier Löchern der Düse eingespritzt werden. Der Beginn und das Ende der Einspritzung müssen deutlich sein.

Die Kraftstoffeinspritzung einer neuen Einspritzdüse wird von einem charakteristischen scharfen Geräusch begleitet.

Das Fehlen eines scharfen Geräusches bei gebrauchten Einspritzdüsen ist kein Mangel.

Bei Verkokung einer oder mehrerer Düsenöffnungen im Düsenkörper, bei Undichtheit am Nadelkonus sowie bei Bedarf der Einstellung des Nadelhubdrucks ist die Einspritzdüse zu zerlegen und die Teile der Einspritzdüse in bleifreiem Benzin oder gefiltertem Dieselkraftstoff zu waschen.

Die Düsenöffnungen sind mit Stahldraht von 0,25 mm Durchmesser zu reinigen, die Düse von außen mit einem in Motoröl getränkten Holzklotz oder einer Bürste aus Messingdraht.

Zum Zerlegen der Einspritzdüse ist (siehe Abb. 5) die Mutter 2 zu lösen, der Düsenkörper 1 samt Nadel 14, das Distanzstück 3, die Stößelstange 5, die Feder 13 und die Einstellscheiben 11 abzunehmen.

Den Anschluss 8 herausschrauben, die Hülse 10 und den Filter 9 abnehmen. Bei der Demontage ist die Nadel 14 vor versehentlicm Herausfallen aus dem Düsenkörper 1 zu schützen.

Bei der Demontage, Reinigung und Montage sind die Teile der Einspritzdüse vor Vertauschung zu schützen.

Dazu sind die Teile nur einer Einspritzdüse in einem separaten Behälter mit gefiltertem Dieselkraftstoff zu waschen und vor der Montage aufzubewahren.

Nach der Reinigung muss die Nadel 14 zum Schutz vor Beschädigung und Vertauschung im Düsenkörper sein.

Die Einspritzdüse ist in umgekehrter Reihenfolge der Demontage zu montieren. Die Teile der Einspritzdüse sind vor der Montage mit Dieselkraftstoff zu schmieren.

Die Mutter 2 ist festzuziehen (Anzugsdrehmoment 7-8 kgf·m). Nach der Montage ist die Einspritzdüse auf den Nadelhubdruck einzustellen und die Qualität der Kraftstoffzerstäubung zu prüfen.

Düsenkörper und Nadel bilden ein Präzisionspaar, bei dem ein Austausch nur eines Teiles nicht zulässig ist; daher müssen sie bei Bedarf nur paarweise ersetzt werden.

Das neu einzubauende Paar (Nadel und Düse) muss eine Kennzeichnung auf dem Düsenkörper haben.

Der Einbau anderer Düsentypen ist nicht zulässig, da dies zu erhöhter Rauchentwicklung und Abgastemperatur, zu Ausbrennen des Metalls an den Kolbenböden und Zylinderköpfen sowie zu einer Verringerung der Leistungs- und Wirtschaftlichkeitskennwerte führen kann.

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