Das Motorkühlsystem ist flüssigkeitsgekühlt, geschlossener Bauart, mit Zwangsumlauf des Kühlmittels.
Die Hauptelemente des Kühlsystems sind: Wasserpumpe, Kühler mit Vorhang, Thermostate, Lüfter, Hydrokupplung des Lüfterantriebs, Schalter der Hydrokupplung, Ausgleichsbehälter, Verbindungsleitungen.

Die Wasserpumpe, die Thermostate mit dem Thermostatgehäuse, der Lüfter, die Hydrokupplung des Lüfterantriebs und der Schalter der Hydrokupplung sind an der Vorderseite des Motors montiert.
Die Wasserpumpe ist mit Schrauben am linken vorderen Teil des Zylinderblocks befestigt.
Um den Zugang für die Demontage der Wasserpumpe und der Hydrokupplung des Lüfterantriebs zu ermöglichen, die Kühlerverkleidung, den Wasserkühler und den Ölkühler ausbauen.
Die Wasserpumpe ist nur bei Verschleiß oder Beschädigung der Laufraddichtung sowie bei Verschleiß der Lager zu zerlegen. Kühlmittelaustritt aus der Entwässerungsöffnung der Pumpe weist auf Verschleiß oder Beschädigung der Laufradabdichtung hin.

Zum Zerlegen der Wasserpumpe (Abb. 2) die Riemenscheibe 3 von der Welle 10 abdrücken, die Passfeder 1 und den Staubschutz 2 entfernen;
Den Sicherungsring 4 herausnehmen, den Splint entfernen und die Mutter 11 abschrauben, das Laufrad 8, den Dichtring 9 und den Anschlagring 13 abnehmen;
Die Welle 10 mit den Lagern 5 und 6 aus dem Gehäuse 7 ausdrücken, mit Dornen den Wasserabweiser 15 und die Wellendichtung der Wasserpumpe ausdrücken, die Lager 5 und 6 von der Welle 10 abdrücken.
Die Wasserpumpe in umgekehrter Reihenfolge der Demontage zusammenbauen (12 — Sicherungsscheibe, 14 — Wellendichtung).
Die Hydrokupplung des Lüfterantriebs (Abb. 3) und der Lüfter sind mit Schrauben an der Vorderseite des Zylinderblocks befestigt.

Bei Verschleiß der Reibflächen der Dichtung 28 und des Deckels 27 tritt Öl aus, und die Hydrokupplung arbeitet nicht mehr, d.h. sie überträgt keine Drehbewegung auf den Lüfter.
Um diesen Fehler zu beheben, die Hydrokupplung vom Motor ausbauen.
An der ausgebauten Hydrokupplung die Muttern 30 abschrauben, vorsichtig den Deckel 27 abnehmen und die verschlissenen Teile ersetzen oder reparieren.
Bei vollständiger Demontage der Hydrokupplung den Splint entfernen, die Mutter 9 abschrauben, die Unterlegscheibe abnehmen und die Nabe 10 abdrücken.
Die Schrauben 12 abschrauben, vorsichtig die Riemenscheibe 17 mit der Dichtung 7 von der Welle 14 trennen, ohne die Dichtung zu beschädigen.
Die Riemenscheibe, die Dichtung 13 und die Buchse 11 abnehmen. Die Muttern 30 abschrauben, vorsichtig den Deckel 27, die Dichtung 31, die Dichtung 28 und die Feder 26 abnehmen. Die Anschlagringe 23 und 29 abnehmen.
Die Muttern 2 abschrauben, vorsichtig am Gehäuse 18 rüttelnd, die Hydrokupplung aus dem Trägergehäuse 19 herausziehen.
Die Schrauben 33 abschrauben und das angetriebene Rad 32 mit der Welle 8 und dem Gehäuse 20 vom treibenden Rad 3 trennen.
Das Gehäuse 18 vom Lager 16 abnehmen. Mit einem Dorn das Lager 6 aus der Welle 14 ausdrücken, den Anschlagring 5 abnehmen.
Im äußersten Notfall (Bruch des Lagers 16 oder des Rades 3) die Schrauben 4 abschrauben, die Unterlegscheiben abnehmen, das treibende Rad 3 und das Lager 16 von der Welle 14 abdrücken.
Das Lager 24 von der treibenden Welle 22 abdrücken. Mit einem Dorn die angetriebene Welle 8 mit dem Lager 25 aus der treibenden Welle 22 ausdrücken. Das Lager 25 von der Welle 8 abdrücken.
Im äußersten Notfall die Schrauben 21 abschrauben und die Welle 8 aus dem angetriebenen Rad 32 ausdrücken. Bei Ausfall des Gehäuses 20 oder der treibenden Welle 22 diese komplett durch neue ersetzen.
Die Kupplung in umgekehrter Reihenfolge der Demontage zusammenbauen. Dabei sind folgende Anforderungen zu erfüllen.
Vor dem Aufpressen des Rades 3 auf die Welle 14 und des Rades 32 auf die Welle 8 sind die Räder in einem Ölbad auf 100 °C zu erwärmen.
Nach dem Zusammenbau der Hydrokupplung die Drehung der Wellen 14 und 8 prüfen.
Beim Aufpressen der Nabe 10 auf die Welle 8 die Gewindebohrung M8 an der vorderen Stirnseite der Welle verwenden.
Das Aufpressen der Nabe mit einem Hammer ist nicht zulässig, da die Lager beschädigt werden könnten.
Beim Drehen an der Riemenscheibe 17 muss sich die Welle 14 frei, ohne Ruckeln drehen. Bei stillstehender Riemenscheibe 17 müssen die Lüfternabe 10 mit der Welle 8 frei, ohne Ruckeln drehen.
Die Dichtungen 7 und 15 vor dem Einbau mit dem Schmierstoff CIATIM-201 schmieren.
Die Dichtungen 1, 13 und 31 vor dem Einbau mit einem konsistenten Schmierstoff schmieren (34 — Dichtung, 35 — Mutter, 36 — Ablassstutzen).

Die Spannvorrichtung (Abb. 4) dient zur Einstellung der Spannung der Antriebsriemen der Hydrokupplung von der Kurbelwellenriemenscheibe.
Zum Ausbau der Spannvorrichtung die Muttern der beiden Bolzen zur Befestigung der Spannvorrichtung am Trägergehäuse der Hydrokupplung abschrauben.
Bei Austausch der Lager der Riemenscheibe den vorderen Federring 6, den Deckel 5 und den Sicherungsring 4 abnehmen.
Von der Achse 8 die Riemenscheibe 2 mit den Lagern 3 abnehmen.
Den hinteren Federring 6 abnehmen und die Lager aus der Riemenscheibe ausdrücken.
Die Achse 8 wird nur im äußersten Notfall aus dem Hebel 1 ausgedrückt.
Die Spannvorrichtung in umgekehrter Reihenfolge der Demontage zusammenbauen (7 — Distanzring).
Der Schalter der Hydrokupplung (Abb. 5) ist an der Vorderseite des Motors am Stutzen angebracht, der Kühlmittel zur rechten Zylinderreihe führt.

Bei Ural-Fahrzeugen erfolgt die Betätigung des Schalters ferngesteuert über die Zugstange 4.
Im Frühjahr bei der saisonalen Wartung des Fahrzeugs die Ansprechtemperatur des Schalters der Hydrokupplung im Automatikmodus (Hebel 13 in Stellung B) auf dem Prüfstand prüfen.
Bei Bedarf die Ansprechtemperatur des Schalters durch Änderung der Dicke des Pakets der Einstellscheiben 17 einstellen.
Um die Funktion des Schalters im Automatikbetrieb zu prüfen, ihn vom Motor ausbauen.
An den Kanal «D» eine Leitung mit Motoröl unter einem Druck von 7 kgf/cm2 anschließen, und die Mutter 18 und den Sensor 19 in ein Gefäß mit erwärmtem Wasser tauchen.
Die Wassertemperatur im Gefäß nahe dem Sensor mit einem Quecksilberthermometer mit einer Skalenteilung von 1 °C messen. Das Wasser im Gefäß unter ständigem Rühren erhitzen.
Der Schalter ist richtig eingestellt, wenn er bei einer Wassertemperatur von 85-90 °C anspricht — aus dem Kanal «C» tritt Öl aus.
Wenn der Schalter bei einer Temperatur über 85-90 °C anspricht, die Dicke des Pakets der Einstellscheiben 17 verringern.
Wenn die Ansprechtemperatur mit den Scheiben nicht eingestellt werden kann, den Sensor ersetzen.
Bei vollständiger Demontage die Schrauben 2 abschrauben, den Deckel 3, die Feder 7, die Unterlegscheibe 6 abnehmen und den Schieber 8 aus dem Gehäuse 5 herausziehen.
Die Schrauben 1 abschrauben, den Deckel 16 mit dem Stopfen 11 und dem Hebel 13 abnehmen.
Die Mutter 18 abschrauben, den Sensor 19 und die Einstellscheiben 17 abnehmen. Bei Bedarf den Stift 12 ausschlagen und den Stopfen 11 vom Deckel 16 und Hebel 13 trennen, die Feder 14 und den Riegel 15 abnehmen (9 und 10 — Dichtringe).
Die Thermostate (Abb. 6) sind im Thermostatgehäuse eingebaut, das sich am Trägergehäuse der Hydrokupplung des Lüfterantriebs befindet.
Zum Herausnehmen der Thermostate die Schrauben abschrauben und den Deckel des Thermostatgehäuses abnehmen.

Bei den Thermostaten werden die Öffnungsbeginn-Temperatur und die Größe des Vollhubs des Ventils 10 kontrolliert.

Das Prüfschema für die Thermostate ist in Abb. 7 dargestellt. Nach dem Erhitzen des Wassers auf 70 °C ist das weitere Erhitzen unter ständigem Rühren durchzuführen.
Als Öffnungsbeginn des Ventils gilt die Temperatur, bei der der Ventilhub 0,1 mm beträgt.
Der Öffnungsbeginn des Ventils sollte bei einer Temperatur von 78-82 °C erfolgen, die vollständige Öffnung bei 90-95 °C. Der volle Ventilhub beträgt 6,8-8,5 mm.
Der Kühler mit Lüftergehäuse, Rahmen und Ölkühler sind auf dem ersten Querträger des Rahmens montiert.
Die Hauptfehler des Kühlers können sein: äußere Verschmutzung des Kerns, Beschädigung der Rohre, Beulen und Risse an den Wänden der unteren und oberen Tanks, Bruch und Risse der Stutzen.
Bei Verwendung von Wasser als Kühlmittel kann sich Kesselstein ablagern.
Vor der Reparatur zur Ortung der Leckstelle und nach der Reparatur zur Kontrolle der Dichtheit ist der Kühler mit Luft unter einem Druck von 1,0-1,2 kgf/cm2 unter Eintauchen in ein Wasserbad zu prüfen.
Zum Reinigen der äußeren Oberfläche des Kerns von Verschmutzungen diesen mit heißer alkalischer Lösung waschen.
Beschädigte äußere Rohre sind ohne Demontage des Kühlers mit Weichlot zu verlöten. Innere (nicht zugängliche) Rohre können verschlossen werden.
Die Anzahl der verschlossenen Rohre darf 5% der Gesamtzahl der Kernrohre nicht überschreiten.
Bei einer großen Anzahl beschädigter Rohre sowie zur Reparatur der Befestigung der Stutzen an den Tanks sind die oberen und unteren Tanks zu öffnen (auszulöten) und die Rohre durch neue zu ersetzen.
Beulen an den Tankwänden ausbeulen, Risse mit Auflage von Flicken aus Messingblech von 1,0-1,2 mm Dicke verlöten.
Bei Verwendung von Wasser als Kühlmittel ist im Frühjahr bei der saisonalen Wartung das Kühlsystem zur Entfernung von Kesselstein zu spülen.
Dazu ist das System mit Wasser unter Zusatz von technischem Trilon B in einer Menge von 20 g pro Liter Wasser zu füllen.
Nach einem Betriebstag des Fahrzeugs ist die Lösung abzulassen. Durch tägliches Nachfüllen frischer Lösung ist das System 4-5 Tage lang zu spülen.
Bei Verwendung der frostsicheren Flüssigkeit Tosola-A als Kühlmittel ist diese mit weichem, sauberem Wasser in einem von der Umgebungstemperatur im Winter abhängigen Verhältnis zu verdünnen.