Die Hilfsbremse besteht aus einem Antrieb und zwei Stellmechanismen, die in der Trennstelle der Einlassrohre des Schalldämpfers der Abgasanlage eingebaut sind.
Der Mechanismus der Hilfsbremse (Abb. 2) umfasst ein Gehäuse 3, eine Klappe 11, eine Welle 13 und einen Hebel 4.
Wenn die Bremse nicht betätigt ist, befindet sich die Klappe des Mechanismus in Strömungsrichtung der Abgase und in der Achse der Einlassrohre.

Die Steuerung der Bremsmechanismen ist pneumatisch und besteht aus einem Ventil (Abb. 3), drei Pneumatikzylindern und den diese verbindenden Leitungen.
Beim Drücken des Ventilknopfes wird Druckluft durch die Leitungen zu zwei Pneumatikzylindern (Zylinderdurchmesser 35 mm und Kolbenhub 65 mm — Abb. 4) geleitet, deren Kolben die Klappen der Mechanismen senkrecht zum Abgasstrom stellen.
Gleichzeitig wird Druckluft zum Pneumatikzylinder 30×25 (Abb. 5) geleitet, der am Deckel der Einspritzpumpe montiert ist und die Kraftstoffzufuhr unterbricht.

Die Hilfsbremsmechanismen 23 (Abb. 6) sind mit Schrauben 2 an den Flanschen in der Trennstelle der Einlassrohre 3 und 22 des Schalldämpfers der Abgasanlage befestigt.
Mit denselben Schrauben sind an den Flanschen die Halterungen 6 für die Montage der Pneumatikzylinder 7 befestigt.
Das Steuerventil der Hilfsbremse ist an der Frontwand der Kabine befestigt, und sein Knopf befindet sich links vom Kupplungspedal.

Die Baugruppen der Hilfsbremse werden bei Feststellung von Fehlern wie Festklemmen der Klappenwelle in den Gehäusebuchsen, Verschleiß von Teilen der Pneumatikzylinder, Lösen der Befestigungsschrauben der Mechanismen an den Einlassrohren usw. ausgebaut und teilweise oder vollständig zerlegt.
Ausbau und Zerlegen der Hilfsbremse
Beim Ausbau die Mutter 18 des Kugelzapfens 19 abschrauben und das Endstück 15 vom Hebel 5 trennen.
Die Splinte entfernen und die Mutter 8 des Bolzens 11 abschrauben, die Scheibe und den Pneumatikzylinder 7 als Baugruppe abnehmen. Die Kontermuttern und Muttern der vier Schrauben 2 abschrauben, diese herausziehen, die Halterung 6, die Dichtungen 1 und den Mechanismus 23 als Baugruppe abnehmen.
Zum Ausbau des Pneumatikzylinders zur Kraftstoffabschaltung die Splinte der Bolzen entfernen, die den Zylinder mit der Halterung und die Lasche am Zylinderkolben mit dem Hebel der Einspritzpumpe verbinden, den Zylinder als Baugruppe abnehmen.

Beim Ausbau des Ventils die Muttern abschrauben und die Leitungen vom Ventil trennen.
Die Befestigungsmutter des Ventils an der Bodenplatte der Kabine abschrauben und das Ventil abnehmen. Die Teile der Hilfsbremse korrodieren in der Abgasumgebung teilweise, und die Zwischenräume setzen sich mit Rußpartikeln zu; daher sollte die Hilfsbremse zur Erleichterung der Demontage einen Tag lang in Kerosin oder Dieselkraftstoff eingelegt werden.
Beim Zerlegen des Mechanismus den Nietkopf 2 (siehe Abb. 1) mit einer Feile abfeilen und mit einem Dorn von 4 mm Durchmesser aus der Welle und der Klappe heraustreiben.
Den Hilfsbremsmechanismus am Hebel 4 in einen Schraubstock einspannen und durch Drehen des Gehäuses 3 dieses von der Welle 13 abnehmen.
Die Klappe 11 aus dem Gehäuse herausnehmen.
Den Deckel 9 vom Gehäuse abnehmen und die Feder 8, die Scheibe 7 und den Sicherungsring 6 aus dem Gehäuse entnehmen. Die Mutter 10 der Spannschraube 5 abschrauben und den Hebel 4 und die Passfeder 15 von der Welle 13 abnehmen.
Mit einem Dorn von 3,5 mm Durchmesser die Stifte 1 und 12 aus dem Gehäuse austreiben und die Buchsen 14 entnehmen.
Die Buchse aus einer Sackbohrung des Gehäuses kann mit einer hydraulischen Methode (Abb. 164) unter Verwendung von Konsistenzfett herausgedrückt werden.
Als Stange kann die Klappenachse verwendet werden.

Beim Zerlegen des Pneumatikzylinders 35×65 des Mechanismusantriebs ist dieser am Deckel 5 (Abb. 161) in einen Schraubstock einzuspannen und das Gehäuse 2 abzuschrauben, den Dichtungsring 3 abnehmen.
Den Kolbenboden 6 um 10–15 mm aus dem Zylinder herausziehen und fixieren, die Kontermutter 14 (siehe Abb. 6) lösen.
Das Endstück 15 und die Kontermutter abschrauben.
Aus dem Zylinder den Kolben 6 (siehe Abb. 4) mit der Kolbenstange 1 als Baugruppe und die Federn 8 und 10 herausnehmen.
Von der Kolbenstange 1 den Begrenzer 9 und vom Kolben die Manschette 7 abnehmen. Bei Bedarf das Endstück zerlegen.
Vor dem Zerlegen des Zylinders 30×25 zur Kraftstoffabschaltung ist die Mutter abzuschrauben und die Stopplasche von der Kolbenstange zu trennen.
Dann den unteren Teil des Zylinders 8 (siehe Abb. 5) in einen Schraubstock spannen, den Deckel 2 abschrauben und den Kolben 5 mit der Kolbenstange 9 als Baugruppe und die Feder 6 herausnehmen.
Vom Kolben die Manschette 4 und von der Kolbenstange den Begrenzer 7 abnehmen.

Beim Zerlegen des Ventils (siehe Abb. 3) dessen unteren Teil in einen Schraubstock spannen.
Den unteren Teil des Balgs 7 von der Buchse 6 trennen.
In den entstandenen Spalt den Anschlagsring 11 entnehmen.
Am Knopf 8 ziehen und den Stößel 9 mit dem Balg 7, der Buchse 6, den Dichtungsringen 5, 10 und 14 und dem Federteller 4 als Baugruppe aus dem Gehäuse ziehen.
Die Feder 13 aus dem Gehäuse entnehmen.
Das Ventil im Schraubstock so umsetzen, dass Zugang zum unteren Teil des Ventils besteht.
Den Anschlagsring 1 abnehmen, die Ventilführung 17 und den Dichtungsring 18 aus dem Gehäuse entnehmen.
Aus der Führung 17 das Einlassventil 15 mit seinem Schaft 16 und die Ventilfeder entnehmen.
Vom Stößel 9 die Dichtungsringe 10, 14, den Teller 4, den Anschlagsring 12 und die Buchse 6 abnehmen.
Die Teile der Pneumatikzylinder, der Mechanismen und des Ventils sind in Benzin zu waschen, anschließend zu trocknen und sorgfältig zu prüfen.

Die Dichtungen zwischen den Flanschen der Einlassrohre und den Hilfsbremsmechanismen dürfen keine Risse, Schichtablösungen oder andere Beschädigungen aufweisen.
Risse, tiefe Riefen, Aushärtung und bleibende Verformung sowie andere Beschädigungen an Gummiteilen sind nicht zulässig.
Die Daten zur Kontrolle der Teile des Hilfsbremsmechanismus und der Pneumatikzylinder sind in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1
Buchse. Innendurchmesser:
- - Nennmaß - 14+0,050 mm;
- - zulässiges Maß - 14,10 mm
Klappenwelle. Außendurchmesser:
- - Nennmaß - 14-0,060 mm;
- - zulässiges Maß - 13,80 mm
Kugelzapfen. Durchmesser der Kugelfläche:
- - Nennmaß - 12-0,120 mm;
- - zulässiges Maß - 11,75 mm
Endstück des Betätigungsgestänges der Hilfsbremse. Durchmesser der Bohrung für den Kugelzapfen:
- - Nennmaß - 12+0,160 mm;
- - zulässiges Maß - 12,25 mm
Die Baugruppen der Hilfsbremse in umgekehrter Reihenfolge des Zerlegens und Ausbaus aus dem Fahrzeug zusammenbauen und in das Fahrzeug einbauen.
Dabei sind folgende Anforderungen zu erfüllen:
- - die Klappenwelle muss sich in den Buchsen ohne Festklemmen frei drehen lassen. Die Schmierung der Welle und der Buchsen ist strengstens untersagt;
- - das Endstück 15 (siehe Abb. 6) und den Kugelzapfen 19 mit einer dünnen Schicht Graphitfett schmieren;
- - mit einer dünnen Schicht des Schmiermittels CIATIM-221 schmieren: beim Steuerventil der Hilfsbremse den Stößel 9 (siehe Abb. 3) mit den Dichtungsringen als Baugruppe, die Buchse 6 und das Gehäuse 2 an der Kontaktstelle mit der Kolbenstange; bei den Pneumatikzylindern den Kolben mit dem Dichtungsring als Baugruppe, die Kolbenstange und den Zylinder.
Die Pneumatikzylinder nach dem Zusammenbau mit einem Luftdruck von 5,3 kgf/cm² auf Dichtheit prüfen.
Undichte Stellen mit Seifenemulsion feststellen, die nach der Prüfung zu entfernen ist.
Bei der Prüfung ist auch der Hub der Kolbenstangen zu messen, der bei den Pneumatikzylindern 35×65 65 mm und beim Pneumatikzylinder 30×25 25 mm betragen muss.
Die Kolbenstangen müssen unter Federwirkung ohne Festklemmen in ihre Ausgangsstellung zurückkehren.
Beim Einbau des Hilfsbremsmechanismus in das Fahrzeug ist die Einschraublänge der Kolbenstange «Л» (siehe Abb. 6) so einzustellen, dass sich die Passfeder 4 bei oberster Stellung des Pneumatikzylinderkolbens in Längsrichtung der Einlassrohre befindet. Die Klappe des Mechanismus ist dann vollständig geöffnet.
Es ist auch die Anzugsmoment der Befestigungsschrauben der Einlassrohre der Abgasanlage zu prüfen und gegebenenfalls die Schrauben der Einlassrohre an den Abgasleitungen des Motors nachzuziehen.