Das Zweikreis-Bremsventil (Abb. 1) dient zur Steuerung der Stellmechanismen der Betriebsbremsanlage des Fahrzeugs sowie zur Steuerung des Ventils der Bremsbetätigung des Anhängers.

Das Bremsventil besteht aus einem oberen und einem unteren Gehäuse.

Am oberen Gehäuse ist der Hebelmechanismus des Ventils befestigt. Der Hebelkörper ist durch einen Balg vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt.

Der obere Zylinder steuert die Bremsen des Anhängers (Sattelanhängers), der untere Zylinder die Bremsen der Zugmaschine.

Die Abb. 2 bis 4 zeigen detailliert den Aufbau der Deckel der oberen und unteren Zylinder des Bremsventils.

Das Ventil wird aus dem Fahrzeug ausgebaut und teilweise oder vollständig zerlegt, um Luftlecks durch die Entlüftungsöffnung aufgrund von Undichtigkeiten der Ventile 15 oder der Manschetten 13 und 19 (siehe Abb. 1) zu beseitigen.

Zweikreis-Bremsventil
Bremsventil: 1 - Gestänge des oberen Zylinders; 2 - Hebel; 3, 27 - Einstellmuttern; 4 - Handbetätigungshebel; 5, 25 – Staubschutzkappen; 6 - Stellschraube; 7 - Deckel des oberen Zylinders; 8, 20 - Dichtungsringe; 9 - Rohr der Ausgleichsfeder; 10 - Ausgleichsfeder; 11 - Axialmutter; 12 - Kolben des oberen Zylinders; 13, 19 - Kolbenmanschetten; 14 - Rückstellfedern; 15 - Ventile; 16 - Ventilfeder; 17 - Ventilgehäuse; 18 - Kolben des unteren Zylinders; 21 - Deckel des unteren Zylinders; 22 - Einstellring; 23 - Einstellbuchse; 24 - Feder des unteren Zylindergestänges; 26 - Gestänge des unteren Zylinders; 28 - Feder des oberen Zylindergestänges; a - vom Luftbehälter; b, e - zu den Bremskraftverstärkern; c - zur Anhängerleitung; d - zur Atmosphäre

Der Ort des Luftlecks ist vor dem Ausbau des Ventils aus dem Fahrzeug anhand folgender Anzeichen zu bestimmen:

  • - Das Leck hörte nach dem Drehen des Hebels 4 der Feststellbremse auf — das Ventil 15 des oberen Zylinders ist undicht;
  • - Das Leck hörte nach dem Drehen des Feststellbremshebels nicht auf — die Manschette 13 des Kolbens des oberen Zylinders ist undicht;
  • - Das Leck hörte nach dem Betätigen des Bremspedals nicht auf — das Ventil 15 oder die Manschette 19 des Kolbens des unteren Zylinders ist undicht.
Schema zur Dichtheitsprüfung der Kolben
Schema zur Dichtheitsprüfung der Kolben: 1 - Gummidichtung; a - Luftzufuhr; b - Anschlag am Kolben

Das Schema zur Prüfung der Dichtheit der Manschetten mit den Kolben ist in Abb. 5 dargestellt.

Das Bremsventil ist auf einem speziellen Träger unter der Kabine montiert und mit drei Schrauben an der Innenseite des linken Längsträgers des Rahmens befestigt.

Beim Ausbau des Bremsventils die Splinte der Gestänge entfernen, die Enden der Betätigungsgestänge von den Hebeln 2 und 4 (siehe Abb. 1) des Bremsventils trennen.

Die Überwurfmuttern abschrauben und die Leitungen vom Bremsventil trennen.

Die Muttern der Befestigungsschrauben des Ventils abschrauben, die Unterlegscheiben von den Schrauben, das Bremsventil und seinen Träger abnehmen.

Reparatur des Ventils

Defekte Teile sind bei der Reparatur durch neue, werksseitig hergestellte zu ersetzen.

Beim Zusammenbau des Bremsventils nach der Reparatur die Mutter des Gestänges 1 so anziehen, dass der Leerweg des Hebels 2 0,2–4,0 mm und sein Arbeitsweg 19–21 mm beträgt, der Leerweg des Hebels 4 8–12 mm und sein Gesamtweg 44–47 mm.

Das Bremsventil ist nach dem Zusammenbau auf einem speziellen Prüfstand bei einem konstanten Luftdruck von 6,00–6,50 kgf/cm² zu prüfen und gegebenenfalls einzustellen.

Deckel des oberen Zylinders des Bremsventils
Deckel des oberen Zylinders: 1 - Einstellmutter; 2 - Deckel des oberen Zylinders; 3 - Ausgleichsfeder; 4 - Axialmutter; 5 - Rohr der Ausgleichsfeder

Bei freier Stellung der Hebel 2 und 4 muss der Luftdruck in der Druckluftleitung der Anhängerbremsen 4,8–5,3 kgf/cm² betragen, und in der Druckluftleitung der Fahrzeugbremsen muss er Null sein.

Die Einstellung erfolgt durch Drehen der Mutter 3, nachdem zuvor die Stellschraube 6 gelöst wurde.

Wenn der Luftdruck in der Bremsleitung weniger als 4,8–5,3 kgf/cm² beträgt, ist die Mutter 3 im Uhrzeigersinn zu drehen.

Bei vollständig zurückgezogenem Hebel 2 muss der Luftdruck in der Druckluftleitung des Anhängers Null sein, und in der Druckluftleitung der Fahrzeugbremsen muss er dem Luftdruck im Luftbehälter entsprechen.

Die Einstellung erfolgt mit der Mutter des Gestänges 1 innerhalb des Arbeitsweges des Hebelendes von 19–21 mm.

Die Einstellungen sind bei drei festen Positionen des Einstellringes 22 zu überprüfen, der sich mit einem Schlüssel ohne Ruckeln drehen lassen muss.

Bei vollständig zurückgezogenem Hebel 4 muss der Luftdruck in der Druckluftleitung der Fahrzeugbremsen Null sein, und in der Druckluftleitung der Anhängerbremsen muss er von 4,8–5,3 kgf/cm² auf 0 sinken.

Bei Rückkehr des Hebels in die Ausgangsstellung muss der Luftdruck in der Druckluftleitung des Anhängers auf 4,8–5,3 kgf/cm² ansteigen.

Rohr der Ausgleichsfeder
Rohr der Ausgleichsfeder: 1 - Einstellmutter; 2 - Sicherungsring; 3 - Führungsscheibe; 4 - Rohr; 5 - Feder; Б - Durchgangsbohrung von 5 mm Durchmesser

Falls der Luftdruck in der Druckluftleitung der Anhängerbremsen nicht auf 0 gesunken ist, ist das Ventil durch Drehen der Führungsscheibe 3 (siehe Abb. 3) relativ zur Mutter 1 einzustellen, wobei das Maß a von 97,5 mm zu verkleinern ist.

Nach der Einstellung ist die Position der Scheibe relativ zur Mutter 1 und zum Rohr 4 mit dem Sicherungsring 2 zu fixieren, nachdem eine neue Bohrung in Mutter und Rohr gebohrt wurde.

Das geprüfte und eingestellte Bremsventil in das Fahrzeug einbauen, die Enden der Gestänge und die Leitungen anschließen.

Die Betätigung des Bremsventils prüfen und gegebenenfalls einstellen.

Der maximale Luftdruck im Druckluftsystem nach dem Bremsventil (obere Skala des Manometers) wird mit der Schraube 12 (Abb. 6) eingestellt, die den Pedalweg begrenzt, und muss im Bereich von 4,0–4,5 kgf/cm² liegen.

Nach der Einstellung die Schraube durch Anziehen der Kontermutter 11 sichern.

Den Leerweg des Bremspedals durch Veränderung der Länge des Gestänges 16 einstellen.

Er muss im Bereich von 15–30 mm liegen.

Der Beginn des Arbeitsweges wird durch einen deutlichen Anstieg der Pedalkraft bestimmt.

In der Verbindung des Hebels mit dem Gestänge darf das Spiel zwischen Bolzen und Bügel 2 mm nicht überschreiten. Einstellen durch Veränderung der Gestängelänge.

Die Betätigung des Bremsventils (siehe Abb. 6) ist konstruktiv gemeinsam mit der Kupplungsbetätigung ausgeführt und besteht aus einem Hängepedal 5, den Hebeln 22 und 24, den Gestängen 8 und 16.

Kupplungs- und Bremsventilbetätigung
Kupplungs- und Bremsventilbetätigung: 1 - Feder des Kupplungspedals; 2 - Kupplungspedal; 3 - Einstellkopf; 4 - Pedalauflage; 5 - Bremspedal mit Welle; 6 - Pedalpuffer; 7, 18, 19, 31 - Schrauben; 8, 9, 16, 17 - Gestänge; 10 - Halterung der Kupplungs- und Bremspedale; 11 - Mutter; 12 - Einstellschraube; 13 - Feder des Bremspedals; 14 - Hebel des Ventils; 15 - Hebel der Welle der Kupplungsausrückgabel; 20, 23 - Hebel der Welle der Kupplungsbetätigung; 21 - Halterung der Welle der Kupplungsbetätigung; 22 - Hebel der Bremsventilbetätigung; 24 - Hebel der Bremspedalwelle; 25, 27, 29 - Buchsen; 26 - Hebel der Kupplungspedalwelle; 28, 34 - Unterlegscheiben; 30, 33 - Passfedern; 32 - Kupplungspedalwelle

Ausbau und Zerlegen der Kupplungs- und Bremsventilbetätigung

Die Federn 1 und 13 trennen und abnehmen.

Die Splinte der Bolzen entfernen und die Gestänge 8, 9, 16 und 17 abnehmen. Die Schrauben 7, 19 abschrauben und die Halterungen 10, 21 als Baugruppen abnehmen.

Beim Zerlegen der Halterung 10 die Splinte der Wellenenden 32 entfernen und die Unterlegscheiben 28 und 34 abnehmen.

Die Stellschraube 31 des Hebels 26 abschrauben.

Die Kupplungspedale 2 und das Bremspedal 5, die Passfeder 33 des Kupplungspedals abnehmen.

Den Hebel 26 zur Seite des Kupplungspedals verschieben und die Passfeder 30 abnehmen. Die Welle 32 aus der Halterung ziehen, die Hebel 24 und 26 abnehmen.

Beim Zerlegen der Halterung 21 die Stellschrauben 18 abschrauben, die Hebel 20 und 23, die Passfedern, die Welle und den Hebel 22 abnehmen. Bei Bedarf die Buchsen aus den Hebeln und Halterungen auspressen.

Bestimmung des Leerwegs des Bremspedals
Bestimmung des Leerwegs des Bremspedals

Die Daten zur Kontrolle des technischen Zustands der Teile der Brems- und Kupplungsbetätigung sind in der Tabelle angegeben.

Tabelle 1. Kontrollmaße der Betätigungsteile

Welle des Kupplungspedals. Außendurchmesser:

  • - Nennmaß - 20-0,020 mm;
  • - zulässiges Maß - 19,50 mm

Buchse der Kupplungspedalwelle. Innendurchmesser:

  • - Nennmaß - 20+0,150 mm;
  • - zulässiges Maß - 20,50 mm

Buchse des Bremspedals. Innendurchmesser:

  • - Nennmaß - 32+0,150 mm;
  • - zulässiges Maß - 32,50 mm

Welle des Bremspedals. Außendurchmesser:

  • - Nennmaß - 32-0,100 mm;
  • - zulässiges Maß - 31,50 mm

Welle der Kupplungsbetätigung. Außendurchmesser:

  • - Nennmaß - 20-0,020 mm;
  • - zulässiges Maß - 19,50 mm

Bremsventilbetätigungshebel als Baugruppe. Durchmesser der Bohrung in der Buchse für die Welle:

  • - Nennmaß - 20+0,150 mm;
  • - zulässiges Maß - 20,50 mm

Die Montage der Brems- und Kupplungsbetätigung ist in umgekehrter Reihenfolge der Demontage durchzuführen.

Beim Zusammenbau sind die Buchsen und Wellen mit Graphitfett zu schmieren.

Die Bremspedalwelle und der Hebel 24 sind gemäß den Markierungen an den Keilwellenenden dieser Teile zu verbinden.

Bestimmung des Leerwegs des Bremspedals

Messen Sie den Leerweg des Bremspedals (Abb. 7). Wenn er größer oder kleiner als 15–25 mm ist, stellen Sie ihn durch Veränderung der Länge des Gestänges 2 ein.

Bei der Messung des Leerwegs muss der Betätigungshebel gegen den Anschlag des oberen Ventildeckels gedrückt sein. Der Beginn des Arbeitsweges wird durch einen deutlichen Anstieg der Kraft bestimmt.

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