Die Betriebsbremsen werden bei Wartung und Fehlerbehebung zerlegt (Verölen, Verschleiß und Abriss der Bremsbeläge, Verschleiß oder Beschädigung der Dichtungsmanschetten der Radbremszylinder, Bruch der Zugfeder usw.).

Ausbau und Zerlegen der Betriebsbremsenteile

Betriebsbremse des Fahrzeugs Ural
Betriebsbremse des Fahrzeugs Ural: 1 - Deckel der Trommelklappe; 2 - Bremsbacken; 3 - Auflage der Backenachsen; 4 - Backenbuchse; 5 - Achsen der Bremsbacken; 6 - Sicherungsscheibe; 7 - Abstützbolzen der Backe; 8 - Abstützbolzen des Kolbens; 9 - Kolben des Radbremszylinders; 10 - Manschettenhalter; 11 - Bremsschild; 12 - Radbremszylinder; 13 - Entlüftungsventil; 14 - Schlauch; 15 - Kolbenfeder; 16 - Kolbendichtung; 17 - Schutzventil des Radbremszylinders; 18 - Zugfeder; 19 - Reibbeläge; 20 - Backenträger; 21 - Schraube des Einstellexzenters; 22 - Einstellexzenter

Rad und Nabe mit der Bremstrommel als Baugruppe ausbauen, den Bremsmechanismus von Schmutz reinigen und waschen.

Mit einem Montagehebel als Hebel die Zugfeder 2 aushängen.

Von den Achsen 11 der Bremsbacken die Sicherungsklammern 9, die Auflagen 8 und die Bremsbacken 6 abnehmen.

Betriebsbremse zusammengebaut
Betriebsbremse: 1 - Radbremszylinder; 2 - Zugfeder; 3 - Bremsschild; 4 - Einstellexzenter; 5 - Schraubenschlüssel; 6 - Bremsbacke; 7 - Reibbelag; 8 - Auflage der Backenachsen; 9 - Klammer; 10 - Backenbuchse; 11 - Achse der Bremsbacke; 12 - Mutter; I - Verringerung des Spiels; II - Vergrößerung des Spiels

Die Bremsflüssigkeitsleitung vom Radbremszylinder 1 trennen, die Befestigungsschrauben am Schild abschrauben und den Zylinder als Baugruppe abnehmen.

Bei Bedarf die Schrauben abschrauben und den Bremsschild abnehmen.

Wenn die Beläge der Backen oder die Backen als Baugruppe nicht ersetzt werden müssen, wird empfohlen, die Muttern 12 nicht abzuschrauben und die Achsen 11 im Schildträger nicht zu drehen, damit die Backen beim Zusammenbau ihre ursprüngliche Position relativ zur Bremstrommel einnehmen können, was die Einstellung der Spiele zwischen den Backenbelägen und der Bremstrommel erleichtert.

Beim Zerlegen des Radbremszylinders die Federn der Kappen 1 (Abb. 3), die Kappen 2 mit den Kolben 4 als Baugruppe abnehmen.

Radbremszylinder im Schnitt
Radbremszylinder: 1 - Feder des Ventils; 2 - Schutzkappe; 3 - Kappe des Entlüftungsventils; 4 - Kolben; 5 - Kolbendichtung; 6 - Manschettenhalter; 7 - Entlüftungsventil; 8 - Radbremszylinder; 9 - Feder

Die Dichtungen 5, die Manschettenhalter 6 und die Feder 9 entnehmen.

Nach dem Zerlegen die Teile des Radbremszylinders in Alkohol oder Bremsflüssigkeit waschen und die Teile des mechanischen Teils der Bremse in unverbleitem Benzin.

Die gewaschenen Teile sind sorgfältig zu prüfen und bei Bedarf zu messen.

Vorrichtung zum Ersetzen der Kappe des Radbremszylinders
Vorrichtung zum Ersetzen der Kappe des Radbremszylinders: 1 - Dorn; 2 - Führungsstange; 3 - Kappe; 4 - Kolben

Wenn die Versenkung der Nietköpfe der Belagbefestigung 0,5 mm oder weniger beträgt, sind die Beläge durch neue zu ersetzen.

Kolben, Dichtungen und Zylinder mit Riefen oder erheblichem Verschleiß der Arbeitsflächen sind ebenfalls durch neue zu ersetzen.

Besonders sorgfältig sind die Schutzkappen der Zylinder zu prüfen, da von ihrem Zustand die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit des gesamten Radbremszylinders abhängen.

Bei durchgehenden Rissen ist die Kappe mit der Vorrichtung (Abb. 4) zu ersetzen.

Die Maße zur Kontrolle der Hauptteile der Betriebsbremse sind in Tabelle 1 angegeben.

Tabelle 1. Maße zur Kontrolle der Hauptteile der Betriebsbremse

Backenträger der Bremse:

  • - Nenndurchmesser der Bohrungen für die Backenachsen - 22+0,045 mm;
  • - zulässiger Durchmesser der Bohrungen für die Backenachsen - 22,10 mm

Achse der Bremsbacke:

  • - Nenndurchmesser des Zapfens für die Backenbuchse - 28-0,025 mm;
  • - zulässiger Durchmesser des Zapfens für die Backenbuchse - 27,85 mm

Radbremszylinder:

  • - Nenndurchmesser der Bohrung für den Kolben - 35+0,027 mm;
  • - zulässiger Durchmesser der Bohrung für den Kolben - 35,06 mm

Kolben des Radbremszylinders:

  • - Nenndurchmesser - 35,00-0,075 mm;
  • - zulässiger Durchmesser - 34,85 mm

Bremsbacke als Baugruppe:

  • - Nenndurchmesser der Buchse - 28+0,033 mm;
  • - zulässiger Durchmesser der Buchse - 28,10 mm

Bremstrommel:

  • - Nenndurchmesser der Trommel - 420+0,380 mm;
  • - zulässiger Durchmesser der Trommel - 424,40 mm

Bei erheblichem Verschleiß und Vorhandensein von ringförmigen Rillen auf der Arbeitsfläche der Bremstrommel sind diese sowie die Bremsbacken mit ihren Belägen auf eines der in Tabelle 2 angegebenen Reparaturmaße zu drehen.

Tabelle 2. Reparaturmaße

Innendurchmesser der Bremstrommel, mm:

  • Nennmaß - 420+0,38
  • Erste Reparatur - 421+0,38
  • Zweite Reparatur - 422+0,38
  • Dritte Reparatur - 423+0,38

Außendurchmesser der Bremsbacken an den Belägen (2R), mm:

  • Nennmaß - 420-0,60
  • Erste Reparatur - 421-0,60
  • Zweite Reparatur - 422-0,60
  • Dritte Reparatur - 423-0,60

Beim Drehen ist die Bremstrommel an den Innenflächen der Außenringe der Radnabenlager zu positionieren, die Backen wie in Abb. 5 gezeigt.

Maße für den Einbau der Betriebsbremsbacke
Maße für den Einbau der Betriebsbremsbacke bei der mechanischen Bearbeitung der Beläge

Der Zusammenbau der Radbremse erfolgt in umgekehrter Reihenfolge des Zerlegens, wobei die folgenden zwingenden Anforderungen zu beachten sind:

  • - den Zylinderspiegel des Radbremszylinders, den Kolben und die Dichtung mit Bremsflüssigkeit schmieren. Auf die Backenbuchsen Graphitschmiermittel auftragen.
  • - vor dem Anschließen der Radbremszylinder an das Hydrauliksystem des Fahrzeugs die Bremsflüssigkeit ersetzen und den Flüssigkeitsbehälter an den Bremskraftverstärkern von Schlamm reinigen.
  • - vor dem Einbau der Nabe mit der Bremstrommel die Bremsbacken mit den Einstellexzentern 4 (Abb. 2) nach innen zusammendrücken und die Backenachsen so einstellen, dass die Montagemarkierungen an den Achsenden bei der vorderen Backenachse nach hinten und bei der hinteren Backenachse nach vorne zeigen.

Wenn beim Zerlegen die Position der Backenachsen auf dem Bremsschild nicht verändert wurde und die Backen beim Zusammenbau an ihren Platz gesetzt wurden, sind die Spiele zwischen den Backen und der Bremstrommel nur mit den Exzentern 4 einzustellen, indem man sie (siehe Abb. 2) dreht, bis das Rad gebremst wird.

Dann den Exzenter in die entgegengesetzte Richtung drehen, bis sich das Rad frei dreht (das Rad ist in Richtung der eingestellten Backe zu drehen).

Nach der Einstellung das Spiel durch die Klappe in der Bremstrommel mit einer Fühlerlehre von 200 mm Länge im Abstand von 30 mm von den Belagkanten prüfen.

Die Spiele sollten am Zeh (oberer Teil der Backe) 0,35 mm und an der Ferse (unterer Teil der Backe) 0,20 mm betragen.

Nach dem Austausch der Bremsbeläge oder dem Einbau anderer Backen als Baugruppe sowie bei Veränderung der Position der Backenachsen auf den Schilden sind die Spiele mit den Exzentern 4 und den Backenachsen 11 einzustellen.

Dazu das Rad durch Drehen des Exzenters 4 bremsen.

Durch Drehen der Backenachse 11 die Drehrichtung bestimmen, bei der sich das Rad frei dreht.

Die Backenachse in derselben Richtung weiterdrehen, bis das Rad vollständig gebremst ist.

Den Drehwinkel der Backenachse vom ersten gebremsten Zustand des Rades bis zum zweiten halbieren und die Achse in dieser Position festsetzen.

Diesen Vorgang mehrmals wiederholen. Mit jedem Mal wird der Drehwinkel der Backenachse vom ersten gebremsten Zustand des Rades bis zum zweiten kleiner.

Nach Beendigung der Einstellung an der Ferse der Backe ein Spiel von 0,20 mm herstellen, indem man eine 0,20 mm Fühlerlehre zwischen die Trommel und die Backenferse steckt und sie durch Drehen der Backenachse leicht einklemmt.

Das Spiel am Zeh der Backe sollte dann 0,35 mm betragen. Wenn das Spiel am Zeh der Backe abweicht, ist die Einstellung fortzusetzen.

Nach der Einstellung der Bremsen aller Räder die Halbachsen einbauen und das Hydrauliksystem mit Bremsflüssigkeit entlüften (befüllen), nachdem zuvor die Außenflächen der Hauptbremszylinder, der Bremsflüssigkeitsbehälter und der Entlüftungsventile sorgfältig von Schmutz gereinigt wurden.

Das System mit Flüssigkeit zu befüllen und die Bremsen zu entlüften ist nur möglich, wenn Druckluft (7,5 kgf/cm²) im Druckluftsystem des Fahrzeugs vorhanden ist.

Vor dem Befüllen den Schmutz von den Hauptzylindern und Behältern sorgfältig entfernen.

Dann, nachdem von beiden Zylindern die Abdichtrohre 1 (Abb. 6) abgenommen und die Verschlussstopfen der Einfüllöffnungen 2 abgeschraubt wurden, die Behälter mit Bremsflüssigkeit füllen.

Die Luft aus den Hauptzylindern durch das Entlüftungsventil 3 entfernen.

Reihenfolge der Entlüftung der Hauptzylinder und der Betriebsbremszylinder:

Entlüftung der Bremsen des Fahrzeugs Ural
Entlüftung der Bremsen des Fahrzeugs Ural: A - Entlüftungsventil

Die Gummikappe vom Entlüftungsventil 3 (Abb. 6) abnehmen, den im Werkzeugsatz vorhandenen Schlauch (Abb. 6) aufsetzen, sein offenes Ende in die in einem Glasgefäß mit einem Fassungsvermögen von mindestens 0,2 l befindliche Bremsflüssigkeit tauchen;

Das Entlüftungsventil um ½–¾ Umdrehung öffnen, dann mehrmals das Bremspedal betätigen.

Schnell drücken, langsam loslassen. Das Drücken wiederholen, bis keine Luftblasen mehr aus dem Schlauch austreten.

Während des Entlüftens ist Flüssigkeit in die Behälter nachzufüllen, wobei ein „trockener Boden“ zu vermeiden ist, da sonst erneut Luft in das System gelangt.

Das Pedal gedrückt halten, das Entlüftungsventil des Zylinders fest schließen, den Schlauch abnehmen und die Kappe aufsetzen.

In gleicher Weise die Radbremszylinder durch das Entlüftungsventil (Abb. 6) in der folgenden Reihenfolge entlüften (Abb. 6):

  • I — mittel links,
  • II — hinten links,
  • III — hinten rechts,
  • IV — mittel rechts,
  • V — vorne rechts,
  • VI — vorne links.

Nach dem Entlüften aller Zylinder Flüssigkeit in die Behälter bis zu einem Stand von 15–20 mm unter dem oberen Rand des Einfüllstutzens nachfüllen, den Verschlussstopfen der Einfüllöffnung fest schließen, das Abdichtrohr anschließen.

Beim Wechsel der Bremsflüssigkeit die Rad- und Hauptzylinder zerlegen, die Arbeitsflächen der Teile waschen.

Beim Zusammenbau der Radbremszylinder den Kolben und die Innenfläche der Zylinder mit Rizinusöl schmieren.