Die Feststellbremse mit mechanischer Betätigung ist als Trommelbremse ausgeführt (Abb. 1).

Die Betätigung der Feststellbremse ist über einen Hebel und eine Zugstange mit dem Hebel 13 des Bremsventils verbunden, wodurch beim Bremsen des Fahrzeugs mit der Feststellbremse die Betriebsbremsanlage des Anhängers (Sattelanhängers) aktiviert wird.

Die Feststellbremse ist am Verteilergetriebe montiert.

Der Bremsschild mit den Bremsbacken ist auf dem Deckel des Lagers der Antriebswelle der Hinterachse befestigt, die Bremstrommel auf der Flansch dieser Welle.

Feststellbremse und ihre Betätigung
Feststellbremse und ihre Betätigung

Die Feststellbremse und ihre Betätigung werden teilweise oder vollständig zerlegt, hauptsächlich wenn die Bremswirkung nachlässt, die durch Einstellung der Betätigung nicht behoben werden kann, sowie wenn die Arretierung des Feststellbremshebels in gebremstem Zustand unzuverlässig wird.

Ursachen für die Verminderung der Bremswirkung können ein Verölen, eine Zerstörung durch Hitze oder ein vollständiger Verschleiß der Bremsbeläge der Bremsbacken sowie ein Lösen der Befestigungsschrauben des Bremschildes am Verteilergetriebe sein.

Die Ursache für die mangelhafte Arretierung des Hebels ist der Verschleiß des Sektors 5 oder der Sperrklinke 4 des Hebels.

Bremsmechanismus der Feststellbremse
Bremsmechanismus der Feststellbremse: 24 - Spreiznocken; 51 - Abweiser; 52 - Schild; 53 - Halterung des Spreiznockens; 54 - Sicherungsring; 55 - Buchse des Spreiznockens; 56 - Backenschuh; 57 - Bremsbelag; 58 - obere Zugfeder; 59 - Bremstrommel; 60 - untere Zugfeder; 61 - Achsscheibe

Demontage und Ausbau der Teile der Feststellbremse

Muttern abschrauben und die Gelenkwelle des Mittelachsantriebs ausbauen.

Mutter abschrauben und den Schraubbolzen der Ejektionsrohrbefestigung am dritten Rahmenquerträger ausbauen.

Die beiden Schrauben der Trommelbefestigung am Flansch abschrauben, das Ejektionsrohr nach oben anheben und die Trommel abnehmen.

Zugfedern 24 und Bremsbacken 23 abnehmen.

Splinte entfernen und den Bolzen herausziehen, Zugstange 20 vom Hebel 21 trennen.

Splinte entfernen und die Mutter des Flansches abschrauben, den Flansch von der Antriebswelle der Hinterachse des Verteilergetriebes abpressen.

Schrauben abschrauben und den Ölabscheider, die Dichtung und den Bremschild als Baugruppe abnehmen.

Schraube 25 abschrauben und den Einstellhebel 21 abnehmen.

Sicherungsring abnehmen und den Spreiznocken 22 herausziehen.

Bei Bedarf die Buchse des Spreiznockens aus der Schildhalterung auspressen. (Es wird nicht empfohlen, die Backenachse aus der unteren Halterung des Schildes auszupressen).

Demontage und Ausbau der Teile der Feststellbremsbetätigung

Splinte entfernen und den Bolzen, der die Zugstange 10 mit dem Hebel 6 verbindet, herausziehen.

In der Kabine die vier Schrauben 8 abschrauben und die Halterung als Baugruppe abnehmen.

Splinte entfernen und die Bolzen herausziehen, die die Zugstange 18 mit den Hebeln 11 und 19, die Zugstange 15 mit den Hebeln 13 und 17, die Zugstange 10 mit dem Hebel 17 verbinden.

Splinte der Achse des Hebels 19 entfernen, Scheibe und Hebel abnehmen.

Die vier Schrauben abschrauben und die Halterung 16 mit den Hebeln als Baugruppe abnehmen.

Halterung 7 zerlegen, dazu die Schraube der Hebelbefestigung 3 an der Welle 9 abschrauben und den Hebel mit der Sperrklinke 4, dem Hebel 2 und der Sperrklinkenzugstange 1 als Baugruppe abnehmen.

Von der Welle 9 die Passfeder des Hebels 3 abnehmen.

Die Befestigungsschrauben des Flansches und die Schraube der Hebelbefestigung 6 an der Welle 9 abschrauben, den Flansch abnehmen.

Die Welle 9 mit der Passfeder als Baugruppe aus dem Hebel 6 und der Halterung durch die Flanschöffnung auspressen.

Von der Welle 9 die Passfeder des Hebels 6 abnehmen. Bei Bedarf die beiden Schrauben abschrauben und den Sektor 5 abnehmen.

Buchsen aus der Halterung 7 und dem Flansch auspressen.

Schraube abschrauben und den Hebel 11 von der Welle und seine Passfeder abnehmen.

Aus der Halterung 16 die Welle mit dem Hebel 17 als Baugruppe herausziehen, der auf das Keilwellenende der Welle aufgepresst ist.

Das Keilwellenende der Welle vom Hebel 17 zu trennen, wird nicht empfohlen. Bei Bedarf Buchsen aus der Halterung 16 auspressen.

Maße für den Einbau der Feststellbremsbacken
Maße für den Einbau der Feststellbremsbacken bei der mechanischen Bearbeitung der Beläge: 1 - Platten der Dicke 0,98–1,00 mm; 2 - Bremsbacke; 3 - Belag

Die Maße zur Kontrolle der Hauptteile sind in Tabelle 1 angegeben.

Tabelle 1. Maße zur Kontrolle der Teile der Handbremse

Achse der Handbremsbacken. Außendurchmesser am Auflagepunkt der Backe:

  • - Nennmaß - 28,15+0,100 mm;
  • - zulässiges Maß - 28,10 mm

Buchse des Spreiznockens. Innendurchmesser:

  • - Nennmaß - 25+0,150 mm;
  • - zulässiges Maß - 26,00 mm

Spreiznocken. Durchmesser des Zapfens für die Buchse:

  • - Nennmaß - 25-0,025 mm;
  • - zulässiges Maß - 24,85 mm

Welle des Feststellbremshebels. Außendurchmesser:

  • - Nennmaß - 20-0,080 mm;
  • - zulässiges Maß - 19,80 mm

Buchse der Kupplungspedalwelle. Innendurchmesser:

  • - Nennmaß - 20+0,150 mm;
  • - zulässiges Maß - 21,00 mm

Buchse. Innendurchmesser:

  • - Nennmaß - 20,45+0,100 mm;
  • - zulässiges Maß - 21,00 mm

Zwischenwelle. Außendurchmesser für die Buchse:

  • - Nennmaß - 20-0,025 mm;
  • - zulässiges Maß - 19,80 mm

Bremstrommel. Innendurchmesser:

  • - Nennmaß - 300+0,34 mm;
  • - zulässiges Maß - 303,34 mm

Verschlissene Beläge müssen ersetzt werden, wenn von ihrer Oberfläche bis zu den Nietköpfen weniger als 0,5 mm verbleiben.

Bei starkem und ungleichmäßigem (mit ringförmigen Rillen) Verschleiß der Arbeitsfläche der Bremstrommel sind diese sowie die Bremsbacken mit ihren Belägen auf Reparaturmaße zu drehen (Tabelle 2).

Tabelle 2. Reparaturmaße

Innendurchmesser der Bremstrommel:

  • Nennmaß - 300+0,34 mm;
  • Erste Reparatur - 301+0,34 mm;
  • Zweite Reparatur - 302+0,34 mm;
  • Dritte Reparatur - 303+0,34 mm

Außendurchmesser der Bremsbacken an den Belägen:

  • Nennmaß - 300-0,25 mm;
  • Erste Reparatur - 301-0,25 mm;
  • Zweite Reparatur - 302-0,25 mm;
  • Dritte Reparatur - 303-0,25 mm

Beim Drehen auf der Maschine sind die Bremsbacken wie in Abb. 3 gezeigt zu positionieren. Dabei sind zwischen dem Spreiznocken und den Backenschuhen Platten von 1 mm Dicke einzulegen.

Verölte Beläge müssen mit unverbleitem Benzin gewaschen und dann getrocknet werden.

Beläge, die auf der Arbeitsfläche eine lockere Zusammensetzung und Ablösungen infolge von Überhitzung aufweisen, sind zu ersetzen.

Risse und andere Beschädigungen der Bremsbacken sind nicht zulässig. Bei Lockerung der Befestigung der Backenschuhe an den Backenenden sind die Schrauben nachzuziehen.

Der Zusammenbau der Feststellbremse und ihrer Betätigung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge der Demontage. Dabei sind folgende Anforderungen zu erfüllen:

  • - beim Einbau des Bremschildes auf das Verteilergetriebe ist die Dichtung des Ölabscheiders mit Dichtschmiermittel zu schmieren (das Anzugsmoment der Schrauben des Schildes muss 8,0–10 kgf·m betragen);
  • - den Spreiznocken und seine Buchse, die Backenachse und die Bremsbacken am Auflagepunkt auf der Achse sowie die Achsen und Buchsen in der Feststellbremsbetätigung mit Graphitfett schmieren;
  • - beim Einbau der Zugfedern 24 (siehe Abb. 1) die Feder mit 28 mm Durchmesser am Spreiznocken und die mit 20 mm Durchmesser an der Backenauflageachse anbringen;
  • - die Markierungen «a» an den Keilwellenenden des Spreiznockens 22 und des Einstellhebels 21 beim Zusammenbau ausrichten;
  • - den Hebel 6 mit der bearbeiteten Seite zur rechten Innenwand der Halterung 7 einbauen.

Nach dem Zusammenbau muss die Feststellbremse unbedingt eingestellt werden. Der Hebel 2 muss sich dabei in der unteren Endstellung am Anschlag befinden.

In der Verbindung der Schelle 12 mit dem Hebel 13 des Bremsventils ist ein Spiel von bis zu 2 mm durch Veränderung der Länge der Zugstange 15 einzustellen.

Durch Veränderung der Länge der Zugstange 18 und Umstecken des Hebels 21 auf den Keilverzahnungen des Spreiznockens 22 das Spiel zwischen den Bremsbelägen der Bremsbacken und der Trommel einstellen, das im Bereich von 0,3–0,6 mm liegen muss.

Bei richtig eingestellter Feststellbremse muss der Weg des Hebels 3 bei voller Bremsung vier bis sechs Zähne des Sektors betragen, wobei der Betätigungshebel arretiert sein muss.

Nach dem Einlaufen der Bremsbeläge ist die Wirksamkeit der Feststellbremse zu prüfen.

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